Fahrstuhl oder Treppe? Eine Frage, die von Neujahrsvorsätzen, Fitnesszielen und vielleicht auch von Ängsten abhängt. Denn wer testet diese Aufzüge eigentlich? Und wo? Dafür bräuchte man ja einen ganzen Turm…
Wie gut, dass es genau so einen Turm in Rottweil (Baden-Württemberg) gibt. Mitten auf einer grünen Wiese steht der TK Elevator Testturm Rottweil. Mit einer Höhe von 246 Metern überragt er die Kirchtürme in der Nähe um ein gutes Stück. Den Forschenden stehen im Inneren des Turms zwölf Aufzugsschächte und (einschließlich der Kellergeschosse) rund 260 Meter Teststrecke zur Verfügung. Hier werden Aufzüge getestet, zertifiziert oder ganz neue Aufzugsysteme entwickelt. Die Aufzüge erreichen dabei auch mal Geschwindigkeiten von knapp 65 km/h, also wahrscheinlich schneller als ein Aufstieg über die Treppe.
Der TK Elevator Testturm wird wie jedes hohe Gebäude durch Wind leicht in Schwankungen versetzt. Um diese Bewegungen möglichst gering zu halten, besitzt der Turm einen sogenannten Schwingungstilger – ein System, das auch viele andere hohe Gebäude nutzen. Besonders ist jedoch, dass der Testturm mithilfe dieses Schwingungstilgers sogar gezielt in Bewegung versetzt werden kann, um Aufzüge unter möglichst realistischen Bedingungen zu testen.
Für Besucher*innen ist der Turm von Freitag bis Sonntag und an Feiertagen geöffnet. Mit einem bereits erprobten Aufzug kommt man auf die höchsten Besucherplattform Deutschlands und kann sich das Panorama des Schwarzwaldes anschauen. Tickets kosten 12,50€ für Erwachsene und 8,00€ für Kinder.
Für alle, denen die körperliche Fitness doch wichtiger ist oder die trotz aller Forschung noch Sorge haben, gibt es den jährlichen Turmlauf. Dabei können die 1390 Stufen bis zur Spitze zu Fuß erklommen werden.
Foto: TK Elevator Testturm Rottweil. Credits: private Aufnahme