Wer Vulkane sehen will, denkt bei der Auswahl des Reiseziels womöglich an Island oder den Yellowstone National Park in den USA. Dabei liegen die nächsten Vulkane fast vor der Haustür – auch wenn sie inzwischen kaum noch sichtbar in Erscheinung treten und eine eher idyllische Landschaft prägen. Dennoch ist der Vulkanismus in der Vulkaneifel noch nicht vollständig erloschen und beschäftigt Forschende bis heute.
Das idyllische Bild grüner Wiesen und Seen, das heutzutage die Vulkaneifel prägt, war vor vielen Millionen Jahren ein Gebiet gewaltiger Naturkräfte. Intensiver Vulkanismus sprengte Krater in die Erdoberfläche und formte die Region der heutigen Eifel. Der letzte Ausbruch war vor rund 13.000 Jahren. Damals schleuderte der Laacher-See-Vulkan große Mengen an Asche und Gestein in die Atmosphäre und hinterließ einen riesigen Krater, der mittlerweile mit Wasser gefüllt ist und heute ein eigenes Ökosystem beherbergt.
Der Laacher See ist auch für Forschende von besonderem Interesse: Im Jahr 2022 realisierte das Helmholtz-Zentrum für Geoforschung (GFZ) in der Vulkaneifel ein seismologisches Großprojekt. Mithilfe von rund 500 Messstationen wurden Bodenbewegungen erfasst und mehr als tausend Mikrobeben überwiegend in der Region um den Laacher See lokalisiert [1]. Aufgrund dieser Ergebnisse wird eine Magmaquelle unter der Vulkaneifel vermutet. Sie gilt auch als Ursache für die kleinen Kohlendioxid-Blasen, die im Laacher See aufsteigen. Wenn sich im Untergrund Magma bewegt, werden Gase freigesetzt, die durch Risse und Spalten an die Oberfläche gelangen und das Wasser zum Blubbern bringen. Doch die Magmabewegungen könnten langfristig auch zu erneuten Ausbrüchen führen [2][3]. Allerdings sprechen Forschende von Zeiträumen von vielen Tausenden bis Millionen Jahren und untersuchen das Gebiet mit modernsten geophysikalischen Methoden, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen [4]. In naher Zukunft ist ein Vulkanausbruch daher so gut wie ausgeschlossen.
Eine weitere Besonderheit der Vulkaneifel sind die Maare: nahezu kreisrunde, oft mit Wasser gefüllte Krater, die Durchmesser von bis zu zwei Kilometern und Tiefen von mehreren hundert Metern erreichen können. Mit rund 100 Maaren besitzt die Region eine außergewöhnlich hohe Dichte dieser Kraterseen. Neue Forschungen deuten sogar darauf hin, dass bislang unbekannte Maare entdeckt wurden [5]. Die besondere Geologie der Region trug dazu bei, dass die Vulkaneifel 2015 als UNESCO Global Geopark anerkannt wurde. Interessierte können den Geopark jederzeit besuchen – sei es bei geführten Touren zu den Maaren, auf Wanderwegen oder direkt am Laacher See.
Weitere Informationen:
https://www.geopark-vulkaneifel.de/eifel/wandern/wandern-uebersicht.html
Quellen:
[1] https://www.gfz.de/presse/meldungen/detailansicht/ueberraschende-erkenntnisse-zur-struktur-der-eifelvulkane
[2] https://www.kit.edu/kit/202501-magmatische-fluide-unter-schlafenden-eifelvulkanen-entdeckt.php
[3] www.zdf.de/video/dokus/deutschlands-naturwunder-100/deutschlands-naturwunder-die-vulkaneifel-100
[4] www.t-online.de/nachrichten/panorama/ungluecke/id_100892624/vulkan-in-der-eifel-geologe-zeichnet-worst-case-szenario.html
[5] tourismus.eifel.info/2025/06/05/geologische-sensation-forschende-entdecken-rund-30-bislang-unbekannte-maare-in-der-vulkaneifel/
Foto: Vulkaneifel / Teil eines Maars Credits: cocoparisienne