Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein in Stein gemeißelter Swimming Pool mit nahezu perfekten Kanten – dabei ist das Wurmloch auf der Insel Inis Mór in Irland alles andere als ein sicherer Swimming Pool. Der Legende nach haust darin sogar ein Seemonster.
Durch Unterwasser-Kanäle ist das circa 25 mal 10 Meter große Wurmloch mit dem Atlantik verbunden. Deshalb unterliegt es den Gezeiten: Der Wasserstand steigt bei Flut und sinkt mit der Ebbe. Zu den vielen Geheimnissen dieses Ortes zählt seine Tiefe, zu der es bis heute keine verlässlichen Zahlen gibt.
Weitere Legenden ranken sich um die Entstehung des Wurmlochs: Manche behaupten, dass es sich um einen menschengemachten Swimming Pool handle. Als Indiz nehmen sie die nahezu perfekte rechteckige Form. Tatsächlich existiert dafür jedoch eine einfache Erklärung: Die geraden Kanten des Wurmlochs entstanden entlang natürlicher Risse im Felsen, sogenannte Klüfte. Dort konnte das Meer das Gestein, in diesem Fall Schiefer- und Kalksteinschichten, leichter abtragen. Nicht nur Wellen, Gezeiten und Strömungen, sondern auch mitgeführte Materialien wie Sand oder Geröll wirkten über Jahrtausende auf die Felsen ein. Diesen Prozess bezeichnet man als marine Erosion.
Jede*r kann das Wurmloch kostenfrei auf der Insel besuchen, sollte aber die Gezeiten beachten: Der untere Bereich der Sehenswürdigkeit ist nur bei Ebbe zugänglich. Sicherer ist ein Besuch der circa 20 Meter höherliegenden Klippe. Der Weg zum Wurmloch führt zunächst über Wiesen mit alten Steinmauern und dann über teils rutschiges, nasses Gestein. Ein paar Schilder und verblasste rote Pfeile weisen den Weg. Hier ist festes Schuhwerk erforderlich!
Schwimmen ist strengstens verboten und auch ohne Seemonster extrem gefährlich. Erfahrene Taucher*innen können an geführten Touren teilnehmen. Fun fact: Beim Red Bull Cliff Diving sprangen Extremsportler*innen bereits drei Mal von einer Klippe in den Unterschlupf des Seemonsters.
Foto: Das Wurmloch (Gälisch: Poll na bPéist) an der Küste Inis Mórs in Irland. Credits: Celina Constapel