Der Besuch beim Strokkur Geysir in Island hat lebhafte Erinnerungen bei der Autorin dieses Textes hinterlassen: Eine Menschengruppe steht in einem großen Kreis um eine ruhige Quelle. Es riecht nach Schwefel und Dampf liegt in der Luft. Konzentriert richten sich die Blicke auf das Wasser. Und dann passiert es: Plötzlich schießt eine ca. 17 Meter hohe Fontäne aus dem Wasserloch. Nach ein paar Sekunden ist das Schauspiel wieder vorbei.
Der Strokkur Geysir in Island ist ein weltweit seltenes Naturspektakel. Ein Geysir funktioniert wie ein Schnellkochtopf. Was beim Kochtopf der Topf ist, ist beim Geysir ein unterirdischer Wasserschacht. Statt einer Herdplatte befindet sich unter dem Geysir vulkanische Hitze, welche das Wasser im Schacht stark erhitzt. So wird ein sehr hoher Druck erzeugt, dennoch bleibt das Wasser auch bei Temperaturen von über 100 Grad Celsius flüssig. Unten erhitzt es sich schneller und Blasen steigen auf. Wird der Druck zu hoch, schießt eine 15 bis 20 Meter hohe Wasserfontäne explosionsartig in die Luft – der Geysir bricht aus. Beim Strokkur Geysir wiederholt sich dieses Spektakel alle vier bis zehn Minuten.
Das fasziniert nicht nur Besuchende, sondern auch Forschende. Wissenschaftler:innen der Universität Potsdam beschäftigen sich seit 2025 in einem neuen Forschungsprojekt mit dem Strokkur Geysir. Sie wollen herausfinden, wie genau der Geysir auf äußere Einflüsse wie Erdbeben und Stürme reagiert [1].
Wer die Geologie Islands hautnah erleben will, kann sich den Geysir rund um die Uhr kostenlos anschauen. Er befindet sich im Geothermalgebiet Haukadalur, wo fußläufig auch andere Attraktionen wie Schlammtöpfe und heiße Quellen zu erreichen sind. Im „Geysir Centre“ gibt es außerdem eine informative Ausstellung.
Weitere Informationen: https://www.icelandtravel.is/attractions/geysir
[1] https://gepris.dfg.de/gepris/projekt/571577001
Foto: Der Strokkur Geysir bricht aus. Credits: Pixabay/Hans