Ein weißer Sandstrand, der gleich von zwei Seiten von kristallklarem Wasser umspült wird – für diese Traumvorstellung muss es nicht immer der Flug in den Süden sein. Auch hoch im Norden Europas, an der Küste der Shetlandinseln, finden sich einige dieser wunderschönen Strände. Der St. Ninian’s Isle Tombolo ist dabei ein besonderer Sandstrand. Mit 500 Metern Länge ist er der größte aktive Sandtombolo Großbritanniens.
Tombolo-Strände entstehen durch Sedimentablagerungen zwischen einer Insel und dem Festland oder einer anderen Insel und verbinden diese so miteinander. Der St. Ninian’s Isle Tombolo verbindet auf diese Weise die gleichnamige St. Ninian’s Isle mit Mainland, der größten der knapp 100 Shetlandinseln. Wie genau diese Verbindung entsteht, ist für Wissenschaftler:innen besonders interessant: Die St. Ninian’s Isle bildet ein Hindernis für die Wellen vom offenen Atlantik, sodass diese von der kleinen Insel geteilt werden. Im flachen Küstengebiet zwischen der St. Ninian’s Isle und Mainland treffen die Wellen wieder aufeinander und brechen dabei. An dieser Stelle lagert sich über die Zeit Sediment an und formt so den geschwungenen, symmetrischen Tombolo-Strand.
Anders als die meisten Ayres (vom altnordischen “Eyrr” für Kiesstrand), wie diese Landschaften von Einheimischen genannt werden, besteht der St. Ninian’s Beach nicht aus Kies oder Geröll, sondern überwiegend aus feinem weißen Muschelsand. Das Ufer ist nicht nur bei einem Strandspaziergang beeindruckend, auch der Blick von oben lohnt sich, etwa vom Ward of Scousburgh Aussichtspunkt, ein Stück weiter hinein ins Mainland.
Der St. Ninian’s Isle Tombolo kann das ganze Jahr über kostenlos besichtigt werden. Im Winter oder bei starken Stürmen kann der Strand jedoch auch mal in den Wellen untergehen, die von beiden Seiten auf ihn zu brausen.
Weitere Infos: https://www.shetland.org/geopark/geosites/st-ninians-isle-tombolo
Foto: St. Ninian’s Isle Tombolo. Credits: Anna Becker