Die letzten Sekunden im Leben eines Menschen: In Pompejis Straßen sieht man noch heute, wie die Bewohner vor dem Ausbruch des Vesuvs fliehen wollten und scheiterten. Die Menschen starben durch eine Hitzewelle, welche dem Ausbruch voranging. Kein Geräusch, kein Geruch, keine sichtbare Gefahr. Sie traf die Bewohner der Stadt wie aus dem Nichts. Die heiße Asche bedeckte die Körper, die unter ihr verwesten und Hohlräume hinterließen. Diese wurden später mit Gips ausgegossen. Somit bleiben die letzten Momente der Menschen in den Straßen Pompejis bis heute sichtbar – umgeben von Villen, in denen noch Mosaike und Alltagsgegenstände von damals erhalten sind.
In Pompeji findet sich der Alltag aus dem Italien um 79 n.Chr., als wäre er eben erst unterbrochen worden. Der Grund: Der Vulkan Vesuv brach in jenem Jahr aus und verschüttete dabei unter anderem Pompeji. Ein Geschenk an die Archäologie. Doch wie konnte der Vulkan die Stadt konservieren, anstatt sie zu zerstören?

Foto: Gipsabdruck eines Bewohners Pompejis. Credits: pixabay

Foto: Ein Raum in einem Gebäude von Pompeji. An der Wand sind die Überreste von Mosaiken zu erkennen.Credits: pixabay
Das klassische Bild eines Vulkanausbruchs besteht aus Lavaströmen und Fontänen aus geschmolzenem Gestein. Doch der Vesuv brach auf eine weitaus gefährlichere Art aus. Es entwickelten sich sogenannte pyroklastische Ströme. Dabei handelt es sich um eine zwischen 300 und 800 Grad heiße Mischung aus Gas und vulkanischer Asche. Diese Ströme können Geschwindigkeiten von mehr als 400 km/h erreichen. Während Lava die Stadt eingeschmolzen hätte, verschloss die Asche alles luftdicht und verhinderte so Verwitterung.
Heute stellen die Ausgrabungen selbst ein Problem für den Erhalt der Stadt dar. Die Erosion, die die Asche all die Jahre verhindert hat, kann nun ungehindert fortschreiten. Die laufende Erforschung der Stadt ist damit gleichzeitig ihr größter Feind. Außerdem leiden die Ruinen unter den Touristen, die den Ort jedes Jahr besuchen. Aufgrund des großen Andrangs wurde im November 2024 eine Obergrenze von 20.000 Besuchern pro Tag eingeführt. Tickets ab 20 Euro lassen sich im Vorfeld online kaufen.
Doch es gibt noch eine größere Bedrohung für Pompeji als die Touristen: der Vesuv selbst. Denn der Vulkan ist nicht erloschen, er schläft nur seit 1944. Sollte er wieder ausbrechen, könnte er die Stadt endgültig zerstören. Des Weiteren leben circa 3 Millionen Menschen in unmittelbarer Nähe zum Vulkan. Aktuell gibt es keine Anzeichen für einen bevorstehenden Ausbruch. Pompeji ist dennoch aus mehreren Gründen gefährdet.
Foto: Die Ruinen von Pompeji. Im Hintergrund ist der Vulkan Vesuv zu sehen. Credits: pixabay