Der Anblick des Großglockner, des höchsten Bergs Österreichs, ist atemberaubend. Auch wenn er mit seinen 3798 Metern Höhe bei Weitem nicht zu den höchsten Gipfeln der Alpen gehört, ist er einer der markantesten. Im Umkreis von 175 Kilometern gibt es keine höhere Erhebung. Am Fuß des Berges liegt außerdem die Pasterze, der größte Gletscher Österreichs, mit einer Länge von etwa acht Kilometern. Besonders eindrucksvoll machen den Gletscher kleine blaue Schilder entlang eines Wanderwegs, die die Gletscherstände der vergangenen Jahrzehnte markieren.
Die globale Erderwärmung durch den menschengemachten Klimawandel lässt die Eismassen in den Alpen immer schneller schmelzen. Die Pasterze verliert durchschnittlich mehr als 50 Meter Länge pro Jahr, im Messjahr 2022/23 waren es sogar über 200 Meter – ein Negativrekord für die Alpen. Diese Gletscherschmelze ist weltweit auch außerhalb der Polkappen zu beobachten. Zentraleuropa verzeichnet dabei bisher den größten prozentualen Verlust an Gletschereis. Setzt sich die aktuelle Entwicklung an der Pasterze fort, könnte die Gletscherzunge in den kommenden Jahren abbrechen. Dadurch würde sich das Abschmelzen des Gletschers weiter beschleunigen.
Beim Abstieg vom Besucherzentrum zur Pasterze wirkt der gewaltige Höhenunterschied zwischen den kleinen blauen Schildern und dem heutigen Gletscher erschreckend. Selbst beim Schild von 2005 liegt der Gletscherrand noch viele Meter tiefer. Die Folgen des Klimawandels werden hier unmittelbar sichtbar, auch wenn sie im Alltag oft abstrakt bleiben.
Zu erreichen sind der Großglockner und die Pasterze – allerdings nicht gerade klimafreundlich – mit dem Auto oder alternativ mit einem Reisebus über die kostenpflichtige Großglockner Hochalpenstraße.
Weitere Informationen:
https://www.grossglockner.at/de/fuer-ihren-besuch/glocknerbus
https://www.quarks.de/umwelt/klimawandel/das-passiert-wenn-die-alpengletscher-verschwinden
Foto: Pasterze am Großglockner. Credits: Max Rakow