Reise nach Themen:  Astronomie & Raumfahrt |  Biologie |  Chemie |  Mathematik |  Medizin |  Physik |
 Psychologie |  Raumfahrt |  Technik |  Umwelt

02/10/09

Symmetrie-Reiseführer | Ein ungewöhnlicher Mathematiker auf Europa-Tour

Von Anna Behrend

Quietschgrün, knallig lila oder bunt kariert: Die Outfits von Marcus du Sautoy sind nicht zu übersehen. Auch sonst passt an ihm kaum etwas zum typischen Bild eines Mathematikprofessors. Wenn der Brite über Mathematik redet, benutzt er keine Formeln, sondern streut mit verschmitztem Lächeln unterhaltsame Anekdoten ein. Mit anderen Mathematikern gemein hat er jedoch die Leidenschaft für sein Fach – insbesondere für die Symmetrie.

In seiner Forschung beschäftigt sich  Marcus du Sautoy mit der Symmetrie von mathematischen Objekten, die viele Tausend Dimensionen haben können. Aber auch im Alltag, sogar im Urlaub, lässt ihn die Suche nach der Symmetrie nicht los. Worauf er bei dieser Suche bisher gestoßen ist, hat er in seinem Buch "Die Mondscheinsucher" festgehalten.

Das Buch ist in mehrerer Hinsicht ein Reiseführer: Einerseits macht der Leser eine Zeitreise durch die Geschichte der Mathematik. Du Sautoy erzählt von den alten Griechen auf der Suche nach den Grundbausteinen der Symmetrie ebenso wie von heutigen Mathematikern, deren Forschung so speziell ist, dass nur sie mit nur einer Hand voll Menschen darüber sprechen können. Dabei lässt er den Leser stets etwas von der Schönheit komplexer mathematischer Strukturen und der Besessenheit der Mathematiker erahnen. Andererseits schildert Sautoy seine Reisen durch Europa. Zusammen mit seiner Familie erkundet er Orte, an denen Künstler und Architekten sich bei ihrer Arbeit von der Symmetrie haben inspirieren lassen.

Um mehr über die einzelnen Stationen von Marcus du Sautoys Reisen zu erfahren, folgen Sie einfach den Länderflaggen in der Spalte rechts und klicken auf die dazugehörigen Symmetrie-Stätten.


Ein Video-Beitrag von Anna Behrend (14,3 MB, 4:49 min)

Der Mathematikprofessor Marcus du Sautoy erklärt, was ihn an der Symmetrie fasziniert und was seine Lieblingszahl mit Insekten zu tun hat.


Symmetrie anschaulich definiert

Symmetrie stammt vom altgriechischen Wort "symmetria" für "Ebenmaß" und bedeutet die Spiegelbildlichkeit und wechselseitige Entsprechung von Teilen. Was genau Symmetrie ist und wie viele Symmetrien es theoretisch gibt, erfahren Sie  hier.

Natürliche Symmetrie - Symmetrie in der Natur

Viele Künstler und Architekten spielen in ihren Werken mit symmetrischen Eigenschaften. Vorbild könnte in vielen Fällen die Natur gewesen sein, denn in ihr lassen sich viele Formen von Symmetrie entdecken. Ein paar Beispiele gibt es  hier.


Dieser Beitrag entstand im Zuge des EuroScience Open Forum (ESOF) 2008.







La Géode

Paris, Frankreich

Diese Kugel besteht aus 6443 Dreiecken.

Quelle: Wikimedia Commons



Gravierte Steinkugeln

Museum of Scotland, Edinburgh, Schottland

Symmetrie inspirierte bereits Künstler in der frühen Steinzeit: Um 2500 v. Chr. spielten Bildhauer mit den Symmetrie-Eigenschaften solcher Steinkugeln.

Quelle: Wikimedia Commons



Frühsteinzeitliche Würfel

British Museum, London, Vereinigtes Königreich

Die Symmetrie dieser tetraedrischen Würfel ist entscheidend dafür, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine bestimmte Augenzahl auftritt.

© science-guide.eu (nach Sautoy)


Irische Grabmalereien

Grabhügel von Newgrange, Grafschaft Meath, Irland

Schon Steinzeitmenschen hatten Sinn für Symmetrie.

© science-guide.eu (nach Sautoy)


Alhambra

Alhambra, Granada, Spanien

Die maurische Festung wird auch als Palast der Symmetrie bezeichnet. Immerhin finden sich hier in den kunstvollen Ornamentenhier alle 17 zweidimensionalen Symmetrien.

© www.sxc.hu



Reise nach Ländern:

Reise nach Themen:


 nach oben |  Drucken
 Impressum