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03/07/11

Kernkraft | Der Traum vom abfallfreien Atomstrom

© Viktor Mildenberger

Von Jonathan Focke

Ohne ihn wäre die Kernenergie vermutlich deutlich beliebter: Atommüll. Etwa 1500 Tonnen fallen davon jedes Jahr alleine in Frankreich an. Da einige Elemente des radioaktiven Abfalls sehr lange Halbwertszeiten haben, muss der Atommüll entsprechend lange sicher gelagert werden. Langfristige Lösungen gibt es dafür aber bisher nicht.

Im ersten Teil des Audio-Beitrags erklärt ein französischer Kerntechniker, wie neue Reaktoren den langlebigen Atommüll verbrennen und zudem die Kernkraft deutlich effektiver machen könnten. In Frankreich, das 80 Prozent seines Stroms aus Kernspaltung gewinnt, sollen diese Reaktoren die Zukunft der Kernenergie sichern. Doch die neue Technologie hat Schattenseiten.
(08:46 min; 12,0 MB)


Im zweiten Teil des Audio-Beitrags erklärt ein deutscher Reaktor-Experte, warum bei den neuen Reaktoren äußerste Vorsicht geboten ist. Die bisherigen Erfahrungen mit schnellen Reaktoren sind nämlich alles andere als eine Erfolgsgeschichte.
(07:00 min; 9,6 MB)


Dieser Beitrag entstand im Zuge des EuroScience Open Forum (ESOF) 2010.







Link-Tipp

Umfassende Informationen über Schnelle Brüter bietet das Umweltlexikon des KATALYSE-Institutes ( hier).

Das Forschungszentrum Jülich erklärt ausführlich die Transmutation ( hier). 

Schneller Brüter und die Verbrennung von Atommüll

Im "schnellen Brüter" bewegen sich die Neutronen, die die Atomkerne spalten und somit Energie freisetzen, mit sehr hoher Geschwindigkeit, und zwar viel schneller als in herkömmlichen Kernreaktoren. Die hohe Geschwindigkeit ermöglicht es ihnen, hochradioaktive Elemente wie Americium oder Neptunium, die bei der Kernspaltung in gängigen Leichtwasser-Reaktoren entstehen, zu spalten. Die hochradioaktiven Elemente zerfallen dann in weniger radioaktive Spaltprodukte, die weniger lange, aber immer noch einige hundert Jahre als Atommüll gelagert werden müssten. Bekannte schnelle Brüter waren der "Superphénix" in Frankreich und der "SNR 300" in Deutschland. Während "Superphénix" wegen zahlreicher Pannen 1998 stillgelegt wurde, ging der "SNR 300" in Kalkar aufgrund zu hoher Sicherheitsrisiken nie in Betrieb.

AKW-Katastrophe in Japan

Das Horrorszenario wird Wirklichkeit: Im März 2011 kommt es in japanischen Kernkraftwerken zu katastrophalen Störfallen. Erst bebte die Erde vor Japans Küste so schwer, wie noch nie gemessen wurde. Dann überschwemmte ein Tsunami die Ostküste. Schließlich gab es Explosionen und Feuer in mehreren Atomkraftwerken, v.a. im Reaktorkomplex Fukushima.
Umfassende Informationen gibt es u.a. auf den Sonderseiten von  Spiegel Online und der  Tagesschau. (fba)


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Atomenergie in Europa | Zeitbombe oder Zukunftsoption

Foto: Joe Zlomek

"Unser neues Atomkraftwerk ist viel sicherer als die anderen Kraftwerke", verspricht der Hersteller des neuen AKWs in Finnland. Wieviel Wahrheit in diesem Versprechen steckt und über welche Fragen zur Atomkraft sich selbst gestandene Wissenschaftler noch den Kopf zerbrechen, erfahren Sie  hier.


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